In Stufe 1/2 war Geld Staatsgeld. Jetzt gibt es eine Geschäftsbank. Vergibt sie einem Unternehmen einen Kredit, bucht sie zwei Dinge gleichzeitig: den Kredit als ihre Forderung (Aktiva) und eine gleich hohe Einlage als Guthaben des Unternehmens (Passiva). Geld entsteht aus dem Kredit — kein vorher gespartes Geld wird „verliehen".
Das ist die versteckte Gleichung dieser Stufe, oben live geprüft (~10⁻¹⁴). Geldmenge und Kreditmenge sind buchstäblich dasselbe — zwei Seiten einer Bilanz.
Unternehmen investieren in Kapital (Maschinen). Sie streben einen Kapitalstock an, der zur Produktion passt (Ziel K = κ·Y), und passen sich mit Tempo γ an. Die Brutto-Investition deckt Verschleiß (Abschreibung δ·K) plus Netto-Aufbau:
Den Verschleiß finanzieren Firmen intern, die Netto-Investition aber über neuen Kredit: ΔL = In. Genau dann entsteht neues Geld: ΔM = ΔL. Probier den Regler κ: Erhöhst du die Ziel-Kapitalintensität, wollen die Firmen mehr Kapital → sie nehmen Kredit auf → Geldmenge und Kapital wachsen. Senkst du κ, tilgen sie → Geld wird vernichtet (ΔL < 0).
Die Bank verdient die Differenz zwischen Kreditzins rL und Einlagenzins rM (die Zinsmarge). Dieser Bankgewinn fließt an die Haushalte (als Eigentümer). Bei einem Haushaltssektor ist der Zins netto noch neutral — aber wie schon in Stufe 2 ist das der Kanal, der später (mit Arm/Reich) Vermögen nach oben umverteilt.
Die Wirtschaft läuft in einen Zustand, in dem das Kapital sein Ziel erreicht hat (K = κ·Y), die Netto-Investition null ist (In = 0, nur noch Ersatz) und Geld = Kredit konstant bleibt. Solange Firmen netto investieren, wächst die Geldmenge; sobald sie nur noch ersetzen, ist sie stabil.