Wirtschaftsschule · Block 5 · Lektion

Kosten & Steuern — der stille Renditefresser

Renditen sind unsicher. Kosten sind garantiert. Und sie compounden gegen dich — genau wie der Zinseszins für dich. Diese Lektion zeigt das eine, was du beim Investieren wirklich kontrollieren kannst.

Zwei identische Fonds, beide erwirtschaften 7 % im Jahr. Einer kostet 0,2 % Gebühr pro Jahr, der andere 1,2 %. Nach 30 Jahren — wie viel kostet dich dieser eine Prozentpunkt Unterschied?

Was kostet 1 Prozentpunkt mehr Gebühr über 30 Jahre?

Worum geht's?

Beim Investieren kannst du die Rendite nicht steuern, aber die Kosten sehr wohl. Dazu zählen die laufende Gebühr (TER), Handelskosten, Spreads — und Steuern auf Gewinne. Jeder Prozentpunkt wirkt über die Jahre wie ein umgedrehter Zinseszins.

Sieh den Gebühren-Drag

10.000 € einmalig angelegt. Stell Rendite, Gebühr und Laufzeit ein und sieh, wie die Schere zwischen „mit" und „ohne" Gebühr aufgeht:

Rendite pro Jahr (vor Kosten)7,0 %
Jährliche Gebühr (TER)1,2 %
Laufzeit30 Jahre
Endkapital mit Gebühr
Von Gebühren aufgefressen
ohne Gebühr   mit Gebühr   — die Fläche dazwischen ist dein Verlust
Aktiv vs. günstig: Die meisten teuren, aktiv gemanagten Fonds schlagen ihren Vergleichsindex nach Kosten über lange Zeiträume nicht (das zeigen Studien wie SPIVA immer wieder). Breite, günstige Indexfonds (niedrige TER) sind deshalb für viele Anleger die nüchterne Basis — kein Versprechen, aber gut belegt.

Die Mathematik des Drags

Endwert = K · (1 + r − f)N   statt   K · (1 + r)N

Die Gebühr f senkt nicht nur einmalig, sondern jedes Jahr die Basis, auf der der Zinseszins arbeitet. Über 30 Jahre frisst 1 Prozentpunkt rund ein Viertel des Endwerts — der „umgekehrte Zinseszins". Costs are the only guarantee: die Rendite ist ungewiss, die Gebühr sicher.

Auch Steuern sind ein Drag

Gewinne werden besteuert (in Deutschland aktuell grob 25 % Abgeltungsteuer + Soli, mit einem jährlichen Sparer-Pauschbetrag — bitte die aktuellen Regeln prüfen, das ist keine Steuerberatung). Wichtig fürs Verständnis: Steuerstundung hilft — wer Gewinne lange laufen lässt statt oft umzuschichten, lässt auch den noch nicht versteuerten Betrag weiter Zinseszins verdienen. Häufiges Hin und Her kostet doppelt: Gebühren und vorgezogene Steuern.

💶 Was heißt das für dich?

Tipp: Im 🔵 Geek-Modus stehen die Drag-Formel (1+r−f)^N, die SPIVA-Evidenz und warum Steuerstundung wie ein zusätzlicher Zinseszins wirkt.